Texas Nationalpark Nr.1

von Hannes am 03.03.2011 in Texas Trip mit 0 Kommentaren

Big Bend

Der sehr große und kaum bewohnte Big Bend Nationalpark mit bewaldeten Bergen und kakteenübersäten Wüstenflächen erstreckt sich bis zur Biegung des Rio Grande südlich von Marathon. Er grenzt also direkt an die mexikanische Grenze, die seit dem 11. September viel stärker bewacht wird als sonst. Es ist nicht mehr gestattet über den Rio Grande nach Mexiko zu gehen. In bestimmten Arealen gibt es heute dort Campingplätze. Das Gebiet ist aber weitestgehend nicht erschlossen worden. Ein paar Ruinen zeugen von den gescheiterten Versuchen dieses Areal zu besiedeln.

Chisos Basin ist ein kleiner Ort, eingeschlossen von Schroffen 2000 Meter hohen Bergen. Die einzige Lücke in dieser Felswand ist das „Window“ . Dieses Fenster mit Blick auf die Chihuahua Wüste ist nur zu Fuß zu erreichen und bietet einen einzigartigen Ausblick auf die Weiten Texas. Daneben gibt es noch viele andere Wanderwege wie der Old Mine Pfad. Ab und an weisen Schilder darauf, dass man hier nicht allein ist. So werden Instruktionen gegeben, sollte ein Berglöwe des Weges kommen. In Shops gibt es erste Hilfepäckchen gegen Klapperschlangenbisse und Bärpfeiffen. Die amerikanischen Touristen, meist junge Leute, schrecken davor aber nicht zurück und buchen sogar Wanderungen mit Übernachtungen in den Bergen. Für meinen Teil reichte allerdings ein drei stündiger Besuch voll und ganz aus.

Roadrunner

Der Rio Grande markiert eine natürliche Grenze nach Mexiko. Er bildet eine sehr kleines Delta plus Canyon. Es erscheint sehr bizarr, wenn man sich diesem nähert, denn urplötzlich steht in der nicht enden wollenden Wüste eine kleine Gruppe von blattgrünen Bäumen. Kurz vor dem Rio Grande kann man noch zu heißen Quellen, den Hot Springs abbiegen und einen kurzen Badeaufenthalt einlegen. Innerhalb des Parks rauscht der Fluss durch drei riesige Schluchten, die auch für Rafting-Touren genutzt werden können. Die Tierwelt ist auch sehr vielfältig, was eigentlich kaum zu glauben ist. Neben den schon angesprochenen Bären, Berglöwen und Klapperschlangen gibt es auch Roadrunner, Hasen, Springmäuse und Kojoten. Gesehen wurde leider nur ein paar Roadrunner, die kreuz und quer über die Straße flitzen, und ein Goldadler, der mich beim Fotografieren beobachtete.

Eigentlich ist es ja nichts besonderes, wenn man Sonnenauf - bzw. Sonnenuntergänge beobachtet. Im Big Bend Nationalpark ist es aber was besonderes. Anfang März, in der touristisch gesehen die Hochsaison des Jahres ist, gibt es meistens sehr klare Tage bei ca. 30 Grad. Nachts über wird es doch recht frisch und so hat man eine gewisse Garantie besondere Lichtspiele zu sehen. Vor allem die Sonnenuntergänge im Westen sind zu empfehlen. Kombiniert man das Ganze noch mit einem guten Chili Essen, dann passt einfach alles. Man sollte es besser mal selbst ausprobieren. Ein Sternenhimmel mit besonders vielen Sternen darf natürlich nicht fehlen. Man sieht morgens sehr oft die Leute dort wild telefonieren und fast alle sitzen schon früh draußen und lauschen dem Radio. Warum? Um die Mittagszeit versagen auf Grund des vielen Staubes in der Luft die Handys und Radioantennen, sodass man einfach nichts mehr empfangen kann. Eine Tageszeitung gibt es nicht. Dementsprechend sollte man lieber früh am Radio sitzen, um etwas mitzubekommen. TV ist auch keine Garantie, denn ist die Staubdichte in der Luft zu hoch, geht auch für jede Satellitenschüssel mal rein gar nichts mehr. Wasser ist rar und man wird immer wieder zum Sparen aufgerufen. Nicht weil man nicht mehr fördern könnte, sondern weil jeder Liter sonst den Pflanzen im Umfeld fehlen würde, was wiederrum das Klima ändert und die Flora und Fauna zerstört. Nebenbei: "Littering" also das Wegschmeißen von Müll am Straßenrand kostet im Park, wie auch in ganz Texas, mindestens 1000 wenn nicht sogar 2000 Dollar Strafe, sollte man erwischt werden.

Mythbusters

Zum Schluss noch eine kleine Anekdote. Eigentlich befindet man sich ja am Arsch der Welt, an einem sehr schönen Arsch und trotzdem findet man genau hier die Prominenz. Ich muss gestehen, ich hab es voll verdaddelt: Am ersten Morgen nach der Ankunft ging ich zum Frühstücken, wofür man generell hier zum Empfang laufen muss. Gesagt getan; mir saß ein etwas älterer Herr gegenüber mit runden Brillengläsern, leicht ungeordnetem Haar und einem Bart. Er tippte eifrig Zeilen in sein Apple Laptop und wir kamen ins Gespräch. Wir unterhielten uns ca. 30 Minuten über die USA, den Nationalpark, Deutschland, das Fernsehen und sonstige Themen. Von der ersten Minute an setzte sich ein Gedanke in mir fest, dass ich diesen Typ kenne, egal! Wir verabschiedeten uns und er sagte, als er auf sein Motorrad stieg, dass er jetzt zurückfährt nach L.A. und es machte klick: Adam Savage! Leider war er schon zu weit als mir vor Ärger noch ein lautes "Fuckin Mythbusters!" rausrutschte.

It's me!

Hannes

Mein Name ist Hannes, in Deutschland lebend, und versuche mich des öfteren zur Zeit an Realisierungen von einfachen und komplexen Websiten mit Modx CMS Lösungen. Die hiesige Seite ist mein Spielplatz, auf der ich mich austobe.

tags: USA, Reisen, Texas, Natur

0 Kommentare zu "Texas Nationalpark Nr.1"

Hast du etwas zu sagen? Dann ab dafür!