Howdy Fort Worth
von Hannes am 08.03.2011 in Texas Trip mit 0 Kommentaren
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Mit 720.000 Einwohner ist Fort Worth die fünftgrößte Stadt Texas. Sie liegt nur ca. 10 Meilen vom großen Bruder Dallas entfernt. Während Dallas eine Stadt des Öl ist, so hat Fort Worth einen komplett anderen Hintergrund: Longhorns & Cowboys.
Im Jahr 1849 wurde Fort Worth als Militärposten gegründet und nach General William J. Worth, Befehlshaber der US-Truppen im mexikanisch-amerikanischen Krieg, benannt. Dabei blieb es aber nicht, sodass das Wort "Fort" relativ schnell an Bedeutung verlor. Fort Worth wurde zu einem der größten Viehhandelszentren der USA. Der Grund: Es lag auf der Strecke eines wichtigen Viehtransportweges, des legendären Chisholm Trails. Im Jahre 1876 wurde die Stadt ans Eisenbahnnetz der Texas and Pacific Railroad angeschlossen. Davon profitierten die Stockyards als Knotenpunkt des Viehtransports. Bis heute hat sich die Stadt den legendären Charme einer „Cowboy-Stadt“ bewahrt. Die Atmosphäre gilt als altmodischer und entspannter als die des großen Bruders.
Für mich die größte Attraktion der Stadt: die Stockyards. Es handelt sich hierbei um eine Ansammlung von alten Saloons, Steakhouses, einem alten Bahnhof und einer Rodeoarena. Diese Saloons stehen zum Teil seit 1890 an diesem Ort, wie zum Beispiel der "White Elephant" Saloon. Jeder zweite Shop verkauft echte Cowboystiefel und Hüte. Das hat allerdings auch seinen Preis. Ein richtig guter Hut kostet um die 50 Dollars, bei Schuhen sind wir schnell bei 130 Dollars. Nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Neben der Rodeoarena gibt es von November bis März täglich um 11.30 und um 16.00 einen Viehtrieb durch die Stockyards. Longhorns werden wie damals von "echten" Cowboys in voller Montur durch die Straße getrieben.
Früher wurden, wie schon oben erwähnt, in Fort Worth viele Rinder und vorallem Zuchtbullen gekauft und verkauft. Zu Beginn mit dem Zug wurden die wertvollen Tiere angefahren und liefen in einer großen Halle ca. 30 Sekunden durch einen Korridor. Wer nicht schnell genug war hatte Pech. Anderseits musste man ziemlich aufpassen, was man tat. Kratzte man sich im falschen Moment im Nacken oder an der Nase hatte man eine Kuh oder einen Bullen gekauft. Eine Rücknahme war ausgeschlossen. Gekauft war gekauft. Auch noch heute wird in Fort Worth Viehhandel betrieben, allerdings nicht mehr so stark wie es einst war. Das Öl verdrängte das Rind im Zuge des Automobilaufschwungs sehr schnell. Wie sehr sich alles um das liebe Vieh drehte sieht man auch in einigen Restaurants. In manchen Steakhouses hängen sogar riesige Wandgemälde auf denen die teuersten Zuchtbullen abgebildet sind, die jemals in Fort Worth verkauft wurden.












