Die spanische Stadt San Antonio
von Hannes am 06.03.2011 in Texas Trip mit 0 Kommentaren
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Während Houston, Forth Worth, Dallas und Austin auf je verschiedene Weise für Texas stehen, spricht San Antonio für sich selbst. Unverkennbar ist der spanische Einfluss in der Stadt.
Angefangen beim River Walk: Sein heutiges Aussehen verdankt der River Walk den Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in den 1930er. Aufgrund einer verheerenden Überschwemmung wurde mit Hilfe des Militärs der River Walk, ein Kanalsystem geschaffen. Damit waren die Überschwemmungsprobleme von San Antonio passé. Heute ist er Schlagader der Stadt und liegt im Herzen der Stadt. Ein Stück weit lässt sich sich der Kanal mit Amsterdam vergleichen. Allerdings liegt er unterhalb der Straßen, sprich er ist eingelassen. Das hat auch seinen Zweck: Wenn es im Sommer bis zu 40 Grad warm wird, spendet der River Walk viel Kühle. Baden sollte man nicht. Der Fluss beherbergt viele Schlangen- und Fischarten, die ab und an sogar von ihren Herrchen einfach reingekippt wurden. Außerdem fahren oft Boote darauf. Von denen überfahren zu werden wäre kein großes Vergnügen. Man sollte sich Zeit für diese Attraktion nehmen, denn jedes Cafe dort hat seine eigene Geschichte. Neben irischen Cafes gibt es auch ein Dschungelcafe, ein mexikanisches Restaurant aus dessen Hauswand Bäume wachsen und und und ...
San Antonio war ursprünglich ein spanisches Fort, das noch 100 Jahre vor anderen Siedlungen wie Austin, Houston, Dallas usw. gegründet wurde. Damit ist San Antonio sowas wie eine heimliche Hauptstadt und gleichsam die älteste Stadt in Texas. Der Name geht zurück auf den Heiligen Antonius von Padua, an dessen Gedenktag die Missionare in der Gegend haltgemacht hatten. Heute wird die Stadt als wichtiger Militärstützpunkt genutzt während hingegen San Antonio früher als Metropole des Viehhandels fungierte. Waren es am Anfang nur ca. 3500 Einwohner, so wohnen heute 1.256.000 Einwohner in der City. Damit ist sie die zweitgrößte Stadt in Texas, wirtschaftlich steht sie an dritter Stelle nach Houston und Dallas.
Noch mehr als Austin ist San Antonio Musikerstadt. So sieht man beispielsweise am Riverwalk sieben Tage die Woche eine Band aus Peru, die viele Pophits covert und in ihrem Stil performt. Die Band wurde sogar zu einer Attraktion auf dem River Walk und wird extra von den Touristenbooten angefahren. Das Flair ist ein ganz Besonderes. Zwar hat die Innenstadt auch Hochhäuser, diese sind aber entweder Hotels, die wegen der steigenden Toursitenzahlen in Rekordzeit erbaut wurden (eins davon steht im Guinness Buch der Rekorde) oder aber sind sie wirklich schön und keine kalten Glaspaläste. Der Tower of the Americas ist ebenso charakteristisch für die Skyline wie auch der Smith-Young Tower. Unverkennbar daran zu erkennen, dass auf dessen Spitzdach eine riesige Nationflagge der Staaten weht. Diesen Tower empfehle ich sehr, allein schon wegen den Gargoyles. Diese Figuren leiten auf elegante Art das Regenwasser von oben nach unten von Maul zu Mail. Einst hatten sie die Aufgabe böse Geister abzuschrecken. Läuft man noch etwas weiter, so wird man andere Attraktionen wie den mexikanischen Markt, das Bexar County Courthouse oder the Alamo bestaunen können.
Letzteres ist für die Amerikaner des Südens das, was für Katholiken der Petersdom ist. Ein regelrechter Schrein. Sämtliche Kappen müssen abgenommen werden, Fotografieren ist strengstens untersagt und man sollte am besten nicht reden. Im Grund ist das Alamo (spanisch für Pappel) eine zum Fort ausgebaute ehemalige Missionsstation. Bekannt wurde das Fort durch den texanischen Unabhängigkeitskrieg 1835/1836, als die amerikanischen Verteidiger des Forts letztendlich von mexikanischen Truppen besiegt wurden. Nach 13 Tagen verlustreicher Belagerung wurde das Alamo gestürmt, fast alle männlichen Verteidiger wurden getötet, Frauen und Kinder verschont. Mit dem Schlachtruf „Remember the Alamo!“ gewannen die Texaner unter Houston drei Wochen später die kriegsentscheidende Schlacht von San Jacinto beim heutigen Deer Park im Harris County. Texas blieb einige Jahre eine eigenständige Republik und trat erst 1845 den USA bei. Bis heute ist der Kampf einer der wichtigsten Mythen der US-amerikanischen Geschichte.












