Alleine in Texas unterwegs

von Hannes am 01.03.2011 in Texas Trip mit 0 Kommentaren

Nach Terlingua

Texas hat so viel ich weiß ca. 30 Millionen Einwohner. Allerdings ist das Land ca. 700 km² groß, das macht 2x Deutschland. So kommt es, dass wenn man in den Big Bend Nationalpark nahe der mexikanischen Grenze fährt ab und an Angst bekommt für lange Zeit komplett auf sich allein gestellt zu sein. Und das mit der Tatsache, dass es kein Haus, kein Auto und auch keine Tankstelle (!) im weiteren Umfeld.

Im vorletzten Blogeintrag sprach ich noch von kuriosen Abfahrten, jetzt gibt es keine mehr. Es geht einfach nur noch gerade aus. Ohne Navigation würde man nicht meinen, dass es um die nächste Kurve rum noch weitergehen könnte. Tut es aber. Man schaut gleichsam auch ab und an auf den Tankstand und hat oft im Hinterkopf: "Hoffentlich gibt’s hier noch irgendwo Benzin." Tut es auch, die Angst ist unbegründet, schwingt aber als Europäer, der nach jeden 5 Kilometer eine Tankstelle sieht, immer mit. Auf der Fahrt hier her war es im Übrigen nicht so, dass immer die Straßen frei waren. Ich erlebte meinen ersten Stau, und der war mal wieder XXL like. So habe ich auch gleich mal erfahren, warum jeder einen Pickup fährt: Jeder Highway hat eine parallel verlaufende Landstraße, die Loop South und die Loop North. Dazwischen ist meistens ein kleiner Grünstreifen mit Gefälle. Kommt nun ein Stau zu Stande fahren die Herrschaften mit dem Pickup einfach quer über den Grünstreifen auf die Loop drauf. Mit vollem Karacho, ohne Rücksicht auf Verluste. Aller Ehren wert, muss man schon sagen.

Vom Trucker Stop nach Terlingua

Wenn etwas aus Hollywoodfilmen stimmt, dann dass Truckerstores einfach nur cool sind. Ich war heute in einem und diese Raststätten sind einfach der Hammer. Das Essen ist zum dahinschmelzen und die Trucker sind sehr freundlich. Trucker sind lustige Gesellen, die meistens Themenshirts anhaben oder ganz Texaner einen Hut tragen und einen breiten Ledergürtel um die Levis Jeans gebunden haben. An der Hand hat jeder eine kleinen Kanister, der 120 oz fasst. Daraus ragt ein Strohhalm an dem eifrig gesaugt wird. Diese Kanister sind wahlweise mit Wasser oder Cola gefüllt. Meistens ist es aber Kaffee. Die Amerikaner lieben es Kaffee zu trinken, so auch jeder Trucker.

Abgestiegen wurde heute im La Posada Milagro in Terlingua, ehe es dann wohl wieder Richtung San Marcos zurück geht. 700 Meilen liegen zwischen Start und Ziel. Terlingua ist eine Ghosttown, wie sie im Buche steht. Früher gab es hier Quecksilberminen, die heute allerdings still gelegt sind. Das Land ist etwas dürr zur Zeit und sollte eigentlich etwas grüner aussehen. Die Stadt hatte ihre Blütezeit anfangs des 20. Jahrhundertes. Es wurde im großen Stil Quecksilber abgebaut, danach folgte eine Wachsproduktion. Hergestellt wurde das Wachs aus einer bestimmen Pflanzenart, die nur hier wächst. Von den ehemals 2000 Einwohner sind nur noch eine Hand voll übrig geblieben, sagen wir ca. 30. Das „Hotel“ ist was ganz Besonderes. Ich hause hier ohne Handynetz in einem Nachbau aus den Wild Western Zeiten. Sehr rustikal, sehr funktional (es gibt ein Plumpsklo), aber die Amerikaner lieben sowas als Urlaubsziel. Feste Straßen gibt es nicht immer und es staubt auch kräftig. Wohnmobile gibt es allerdings des öfteren zu sehen.

Dabei campen Amerikaner nicht einfach so mit einem kleinen Wohnmobil oder einem Wohnwagen. Diese Dinger sind mindestens so groß, wie unsere Lastwagen auf den Autobahnen. Das ist aber noch nicht alles, das Auto oder Pickup kommt auch noch mit. Wie das gehen soll? Ganz einfach: Man hängt das Auto hinten dran und zieht es mit. Das Bild ist der eindeutig Beweis, dass es so getan wird und nur so. Fast schon unglaublich nicht wahr? Ich komme ab und an in diesem Land nicht aus dem Schmunzeln raus, so "anders und neu" ist das Ganze, wobei das nichts Negatives bedeuten soll. Es ist einfach nur Amerikanisch. Gecampt wird im Übrigen nicht auf schönen Campingplätzen, sondern diese sind meistens im Nirvana. Man fragt sich allen Ernstes, warum man hier campen will. Nur Pampa sonst nichts, doch halt richtig: Das Auto ist ja mit bei. Deshalb ist es den Texanern total egal, wo die Abstellplätze sind. Hauptsache Strom, TV und Auto.

It's me!

Hannes

Mein Name ist Hannes, in Deutschland lebend, und versuche mich des öfteren zur Zeit an Realisierungen von einfachen und komplexen Websiten mit Modx CMS Lösungen. Die hiesige Seite ist mein Spielplatz, auf der ich mich austobe.

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