Der Verkehr im Staat Texas
von Hannes am 27.02.2011 in Texas Trip mit 0 Kommentaren
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Vielleicht hat man schon ein paar Details, auch aus Filmen, vom Verkehr in den Staaten gesehen. Erstaunlicherweise ist es für einen Deutschen, der ansonsten rund um Stuttgart oder München sein Unwesen per Auto treibt, ein sehr geordneter Verkehr. So hat man beispielsweise für 25 Meilen mitten in Houston ca. 40 Minuten gebraucht. In München würde man bei gleichen Bedingungen mindestens eine Stunde für 18 Kilometer brauchen. Das soll schon was heißen.
Wer auf Highways, Interstates oder Loops & Streets fahren will, dem ist garantiert, dass die Sache sehr geschmeidig von statten geht. Ampeln gibt es nur wenige, und sie werden auch nur sparsam dort eingesetzt, wo sie unbedingt von Nöten sind. Ansonsten gilt immer "Stop". D.h. man muss immer eigentlich seine zwei Sekunden stehen bleiben, warten und dann weiterfahren. Kommen an einer Kreuzung ständig aus allen vier Richtungen Fahrzeuge an, so gilt: Wer zuerst kommt malt zu erst. Derjenige, der dann als erstes Gas gibt, der darf dann auch fahren. Man wird nicht ausgehupt, sondern macht sogar artig Platz. Übrigens wird bei jedem Fußgänger auch immer angehalten, sogar die Mercedesfahrer halten an. Rasen ist auch nicht: Man darf höchstens 70 Meilen pro Stunde auf den Highways fahren. Das sind umgerechnet um die 112 km/h. Mehr ist nicht. Wer sich erwischen lässt und dementsprechend schnell gefahren ist, darf eine Nacht mal hinter Gittern verbringen. Da kennen die Herrschaften der Polizei in Texas kein Pardon. Ein Pardon kennt man aber bei Rechtsabbieger an roten Ampeln. Das ist legitim: Rechtsabbieger dürfen immer abbiegen.
Die Ausfahrten sind, wie fast alles in diesem Land was Besonderes. Generell werden Ausfahrten eine Meile vor Ende angekündigt. Allerdings gibt es keine separate Ausfahrtsspur, die sich dazu addiert, sondern die rechte Spur wird zur Ausfahrtsspur und das mit System. Es gibt auch keine Unterführungen, sondern der Highway ist die niedrigste Straße. Alle anderen Ausfahrten werden überführt, laufen also auf Brücken kreuz und quer über einen hinweg, wurden sie doch erst nach dem Highway geplant und gebaut. Das Ganze gibt ein sehr bizarres Bild aber es ist immer wieder verblüffend, wie dieses scheinbare Durcheinander doch wieder aufgeht. Die Brücken fallen ab und an etwas eng aus und man sollte gut die Spur halten.
Die Verkehrsmittel
Vorne weg: Wer einen Elefantenrollschuh genannt Smart in Texas fährt, der ist ein regelrechter Versager. Auf der Fahrt von Houston nach San Marcos habe ich vielleicht einen Smart und zwei Toyota Prius gesehen. Das war es aber auch. Ansonsten sieht man sehr viele Pickups, Dodge und Chevrolet Fahrzeuge, Limousinen, Kombis und Vans sowie SUVs ohne Ende. Es gibt also kein Auto, das weniger als 10 Liter Benzin pro 100 Kilometer schluckt. Je mehr das Auto einem Panzer gleicht, desto besser ist es. Das Paradoxe dabei ist, dass jeder alleine in so einem riesen Schlitten fährt. Allerdings rast keiner, wahrscheinlich auch, weil es keine Dieselfahrzeuge gibt. Alles läuft mit Benzin in den Stufen regular (87 Oktan), premium (89 Oktan) und supreme (92 Oktan).
Die Öffentlichen gibt es in dieser Form in der Provinz nicht. Es gibt Schulbusse, die aber nur zum Anfang und zum Ende der Schule fahren und ansonsten an der Schule geparkt sind. Auch wer studiert bekommt Busse gestellt. Es dürfen aber nur Studenten damit fahren. Alles ist auf das Auto ausgerichtet. Auch die Züge haben kaum mal Personenwagen. Dafür fahren aber auch weniger LKWs auf der Straße als beispielsweise in Deutschland. Güter gehen komplett über die Schiene. Wenn man Pech hat und ein Zug fährt gerade über die Gleise, dann kann man schon mal die nächsten 10 Minuten warten. Züge mit einer Wagonanzahl von 120 sind keine Seltenheit. Nur in Großstädten gibt es die Ausnahme: Ubahn und Bus fahren dort neben den Taxis.












